Wie können Sie Ihre Ausgaben für mobiles Internet unter Kontrolle halten?

a) Sie können auf Ihrem Gerät die Option „mobiles Internet“ ausschalten. In diesem Fall zahlen Sie keine Datenroamingkosten, aber können Sie aus dem Ausland nicht mit Ihrem eigenen Gerät im Internet surfen, mailen, usw.

b) Wenn Sie im Ausland doch mit Ihrem eigenen Mobilfunkgerät (Laptop, Smartphone,...) das Internet nutzen wollen, dann muss Ihr Anbieter sowohl außerhalb als innerhalb von der EU einen Sperrmechanismus vorsehen, der dafür sorgt, dass Sie Ihre Datenroamingkosten unter Kontrolle halten können: Ihr Anbieter muss automatisch die Internetdienste unterbrechen, wenn die Rechnung für internationales Roaming von Datendiensten die Grenze von € 50 (inkl. MwSt.: € 60,50) erreicht hat.

Ihr Anbieter darf Sie jedoch nicht überraschen: wenn Sie 80% des Grenzbetrags erreicht haben, muss er Sie davon benachrichtigen mit einer SMS, E-Mail oder einem Pop-up.

Wenn Sie fast den Betrag von € 60,50 (inkl. MwSt.) überschreiten, muss er Ihnen aufs Neue eine SMS, E-Mail oder ein Pop-up zusenden, damit es Ihnen deutlich ist, wie Sie der Unterbrechung der Datendienste vorbeugen können. Daneben muss er Ihnen auch mitteilen, wie viel die Datendienste pro Megabyte (MB) kosten.

Falls Sie diese Nachricht nicht beantworten, wird Ihr Anbieter die Internetdienste unterbrechen.

Hat Ihr Anbieter den Internetdienst unterbrochen, dann können Sie ihn kontaktieren, um den Dienst wiederherzustellen. Dabei können Sie eine neue Grenze festlegen.

Sie können immer Ihren Anbieter kontaktieren, um die Grenze von € 60,50 (inkl. MwSt.) für Datenroamingdienste zu erhöhen oder zu senken. Er muss dies gratis tun und letztens den nächsten Arbeitstag erledigen.

c) Manche Anbieter nehmen es jedoch mit den Verpflichtungen für die Festlegung der Sperrmechanismen nicht so genau. Achten Sie also jedenfalls auch selbst auf Ihren Datenverbrauch. Dazu gibt es Apps. Es gibt ja Applikationen, wie 3G Watchdog und Netcounter u.a., die gratis vom Internet herunterladbar sind und verfolgen, wie viel MB Sie verbrauchen. So sehen Sie jeweils, wie viel MB Sie verbraucht haben und können Sie kontrollieren, wie viel das kostet. Obwohl diese Applikationen nicht immer 100% genau sind, können sie doch ein Bild des Verbrauchs geben.

Bei manchen Smartphones ist es auch möglich, den Verbrauch auf dem Gerät selbst zu kontrollieren. Wenn Ihr Anbieter seine Verpflichtungen nicht erfüllt, können Sie immer beim Ombudsdienst für Telekommunikation eine Beschwerde einreichen. Besuchen Sie dazu die folgende Adresse: http://www.ombudsmantelecom.be/fr/comment-introduire-une-plainte.html?IDC=18

Aber Achtung: der Ombudsmann wird Ihre Beschwerde erst behandeln, nachdem Sie Ihr Problem Ihrem Anbieter vorgelegt haben und letzterer Ihnen keine zureichende Lösung geboten hat.

Achtung: die Grenze auf Ihrer Rechnung und die Unterbrechung des Dienstes beziehen sich nur auf die Datendienste. Dabei werden Ihre Kosten für das Telefonieren und Simsen außer Betracht gelassen.

Dieses Warnsystem und der Grenzbetrag gelten im Prinzip auch in Ländern außer Europa, wo der europäische Roamingtarif gleich dem Inlandspreis, nicht gilt. Es ist jedoch möglich, dass das im Ausland benutzte Netz es Ihrem Anbieter nicht ermöglicht, den Verbrauch in Echtzeit zu verfolgen. In diesem Fall muss er Ihnen gleich eine kostenlose SMS senden, in der er mitteilt, dass keine Information über den Gesamtverbrauch verfügbar ist und er deshalb nicht gewährleisten kann, dass der vereinbarte Höchstbetrag nicht überschritten wird.

HINWEIS: es ist möglich, dass auf Ihrem Mobilfunkgerät Programme aktiv sind, die automatisch eine Internetverbindung herstellen, zum Beispiel um Updates herunterzuladen. Solche Programme tun das meistens, ohne dass Sie das merken. Bekannte Beispiele sind Updates von Windows oder iTunes oder Ergänzungen des Virenscanners. Sobald Ihr Mobilfunkgerät eine Internetverbindung 'auffängt', sorgt ein solches Programm dafür, dass Sie automatisch die letzte Version der Software benutzen. Rechnen Sie damit, dass Sie dafür im Ausland zahlen müssen! Schalten Sie darum die automatischen Updates aus, bevor Sie ins Ausland reisen. Ihr Anbieter muss Ihnen gratis deutlich erklären, wie Sie diese automatischen Funktionen ausschalten können.

Zur Information:

Ein MB Information stimmt ungefähr überein mit:

  • einigen Hunderte E-Mails (wenn Sie sich auf geschriebenen Text beschränken).
  • einer komprimierten digitalen Speicherung von 5 Minuten Ton mit Telefonqualität oder 1 Minute mit CD-Qualität.
  • einer komprimierten digitalen Speicherung von 6 Sekunden Bild mit Fernsehqualität.
  • ungefähr 10 oder weniger Fotos, je nach der Auflösung, der Pixelzahl, usw. Wenn Ihre Fotos auf Ihrem Bildschirm ohne Qualitätsverlust bis auf mehr als A4-Format vergrößert werden können, dürfen sie annehmen, dass ein solches Foto mehr als ein halbes Megabyte Kapazität einnimmt.
  • 3 normale Webseiten besuchen
  • 20 mobile Webseiten besuchen 

Oder noch:

  • 1 Stunde Internetradio hören entspricht etwa 25 MB mit angemessener Tonqualität.
  • Drei MP3-Dateien herunterladen entspricht etwa 10 MB.
  • 100 Minuten Video-Streaming entspricht etwa 250 MB.

Schließlich, zur Erinnerung, wenn Sie innerhalb von der Europäischen Union oder in Island, Norwegen oder Liechtenstein reisen, wird der Verbrauch des mobilen Internets zum Inlandspreis angerechnet werden.